Das Börsenbericht-o-Mat-Glücksrad: Jetzt nicht hypercrashilieren!

Endlich enthüllt: So kommen die Börsenberichte zustande, in denen „Experten“ erklären, warum die Aktien gerade fallen. Einfach wie auf dem Jahrmarkt am Rad drehen und einen von acht plausiblen Gründen für den Kursrutsch erhalten. China, Immobilien, Euro-Krise, Zinsangst – für jeden ist was dabei, weshalb das runde Ding in vielen Redaktionsstuben steht…

Warum fällt die Börse heute?

Scherz beiseite. Es gibt an den Finanzmärkten (genau wie im richtigen Leben) zu jeder Zeit nicht nur Stärken und Chancen, sondern auch Schwächen und Risiken. Hierzulande hat man einen Blick für das, was schief gehen kann. Nicht umsonst ist der DAX als Kursindex zuletzt bereits 20% unter seinen Höchststand gefallen, was gemeinhin einen „Bärenmarkt“ definiert.

Risiken wurden ausgeblendet

In den USA, wo man sich gern über die „German Angst“ lustig macht, hatte man hingegen lange Zeit die rosarote Brille auf. Gefahren wurden ausgeblendet. Trotz des drohenden Handelskriegs, der steigenden Anleihe-Renditen und der globalen Währungsturbulenzen hat die Wall Street erst Anfang Oktober (!) neue Allzeithochs markiert. Doch manchmal geht’s eben ganz schnell. Plötzlich ist die gute Stimmung im Eimer und jeder sieht nur noch Risiken – ohne dass sich präzise nachvollziehen ließe, was oder wer jetzt konkret der Auslöser war.

Die Unternehmen sind noch dieselben wie vor vier Wochen

Genauso wenig können nur Scharlatane mit Gewissheit sagen, ob wir nun einen „Salami-Crash“ sehen, am Beginn eines längeren Abschwungs stehen oder nur eine kleine Herbst-Depression erleben. Fakt ist aber: Die Unternehmen sind heute noch dieselben wie vor vier Wochen. Und auch wenn es in der Historie immer viele gute Gründe gab, gerade keine Aktien zu haben – langfristig war keine Anlage-Klasse erfolgreicher als unternehmerische Sachwerte.

Das ist noch lange kein Crash!

Also bitte nicht hypercrashilieren! Will heißen: Weder in Panik verkaufen noch übermütig werden und die letzten Nachkauf-Kröten zusammenkratzen! 4,6% Minus gestern im Nasdaq 100 Index sind natürlich eine Hausnummer. Aber seit 1985 gab’s 76% Tage die noch schlechter waren. Und wer Lust hat, schaut sich mal den logarithmischen Langfrist-Chart an, um den aktuellen „Abverkauf“ einzuordnen (Quelle: Bloomberg) .

Nasdaq 100 seit 1985

Dividende von McCormick und Cisco Systems

Ansonsten wird natürlich auch heute wieder Geld verdient. Und nein, damit meine ich nicht die Kurssteigerungen bei DividendenAdel-Aktien wie McDonald’s (gestern fast mit neuem Allzeit-Hoch) oder Pepsi (gestern +2,5%) – das sind Launen der Börse, die genauso gut in die andere Richtung gehen können wie bei Texas Instruments oder 3M. Viel mehr als über virtuelle Gewinne freue ich mich über die aktuellen Dividenden-Gutschriften: „Cash in de Täsch“ von Cisco Systems und McCormick.

StockCats: Mehr als nur ein Glücksrad

Und übrigens: Das Börsenbericht-o-Mat-Glücksrad war leider nicht meine Idee. Ich habe es auf dem Twitter-Account von StockCats gefunden. Börsianer mit einem Hang zur Ironie sollten dort und auf der Website StockCats.com unbedingt mal vorbeischauen!

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