DividendenAdel Großbritannien

DividendenAdel Großbritannien 2017

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Auf der Insel genehmigt man sich gerne mal eine Extrawurst und in puncto Ausschüttungspolitik ist das sogar ausnahmsweise mal erfreulich. Denn während viele Unternehmen auf dem Kontinent eher prozyklisch agieren und in schwierigen Zeiten lieber die Dividende senken als den Payout zu erhöhen, setzen britische Aktiengesellschaften auf Nachhaltigkeit: Fast ein Drittel der 250 wichtigsten Firmen auf dem Londoner Parkett hat sich in den letzten zehn Jahren keine Kürzung erlaubt und überspringt damit die DividendenAdel-Hürde.

Bei den nachgelagerten Qualitätsprüfungen fällt dann zwar die eine oder andere Aktie durch, vor allem wegen zu hoher Ausschüttungsquote. Gleichwohl bleiben unter dem Strich 41 Aktien übrig, die für das Jahr 2017 alle unsere Anforderungen erfüllen. Die Mehrheit verdient sich dabei sogar das Prädikat „DividendenAdel Plus“ – weil die Dividende obendrein mindestens zehnmal in Folge erhöht wurde.

Angeführt wird unsere Auswahlliste von der Ashtead Group. Das hierzulande eher weniger bekannte Unternehmen verleast Baumaschinen, hat seine Dividende in den letzten fünf Jahren mit einer Rate von 50% p.a. gesteigert und den Sprung in den DividendenAdel nur ganz knapp geschafft – die Payout-Quote des Börsen-Highflyers, dessen Kurs 2016 in GBP gut 55% gestiegen ist, beläuft sich nämlich nur auf 26%.

Genau anders herum ist die Situation beim zumindest deutschen Damen geläufigen Modehändler Next. Der erfüllt mit zuletzt 25 Anhebung in Serie zwar wie Spectris (Platz 16) und PZ Cussons (Platz 37) sogar die US-amerikanische Definition eines „Dividend Aristocrat“, ist aber 2016 nicht zuletzt durch den Brexit böse unter die Räder gekommen. Nach rund 40% Minus lockte die Aktie zum Jahresanfang mit einer Dividendenrendite von fünf Prozent – was man angesichts einer Payout-Quote am oberen Rand unseres Zielkorridors aber durchaus auch als Misstrauensvotum werten darf.

Nicht in unserer Liste enthalten sind übrigens vier weitere Insel-Firmen, die in den USA als Aristokraten durchgehen würden: Bei Capita und James Halstead sind die Payout-Quoten zu hoch, Derwent ist zu geizig und die Brauerei Young & Co’s hat es angesichts zu geringer Börsenumsätze nicht in das Top 250 Universum geschafft. Wer darauf spekulieren möchte, dass die Briten ihren Brexit-Frust auch künftig in der Kneipe ertränken, kann aber stattdessen zu Greene King (Platz 32) greifen – der Pub-Filialist mit angeschlossener Brauerei gehört sogar zum „DividendenAdel Plus“.

Das Ranking wird jährlich – immer am zweiten Montag im Januar – auf Basis der Ist-Daten des Vorjahres neu erstellt. Die gelegentlichen Updates der Auswahlliste beziehen sich ausschließlich auf die Kursentwicklung und die erwartete Dividendenrendite.

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