Wiener Börsenfirmen schütten 2,3 Mrd. Euro aus

Die an der Wiener Börse notierten österreichischen Aktiengesellschaften schütten in diesem Jahr insgesamt rund 2,3 Mrd. Euro an ihre Aktionäre aus. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Plus von 5,7%. Damit liegt das Dividendenvolumen aber noch immer mehr als 20 Prozent unter der Bestmarke aus 2007 (2,9 Mrd. Euro). Dies ist ein Ergebnis der DividendenAdel Österreich Studie 2016, die wir heute auf dem BSN Börse Social Network Finanzmarkttag in Wien vorstellen.

Der Dividendenjahrgang 2016 kann sich sehen lassen – weil der Zuwachs nicht nur durch einige wenige Firmen zustande kommt, sondern aus zahlreichen Anhebungen resultiert. Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass nach wie vor weniger als 50% der Vorjahresgewinne ausgeschüttet werden. Damit schaffen die Unternehmen sich zwar ein finanzielles Polster, um die Dividende in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten stabil halten zu können. Nur müssen gerade die ATX-Konzerne das dann auch tatsächlich tun und nicht wie in der Vergangenheit bei jeder kleinen Ertragsdelle die Ausschüttung kürzen. Gerade in diesem Zinsumfeld brauchen Investoren verlässliche Dividenden.

Studie Österreich 2016 Deckblatt

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie, die Sie mit einem Klick auf das Deckblatt kostenlos herunterladen können:

Von den 39 im Prime Market gelisteten Unternehmen werden voraussichtlich 34 eine Dividende zahlen. Mehr als die Hälfte aller Prime Market-Firmen hebt die Ausschüttung gegenüber dem Vorjahr an. Rund 70 Prozent des gesamten Dividendenaufkommens entfallen auf die 20 ATX-Titel.

Top-Zahler ist trotz einer um 20 Prozent gekürzten Dividende weiterhin OMV mit einem Ausschüttungsvolumen von 325 Mio. Euro. Auf dem zweiten Platz liegt die Erste Bank Group, die nach dem Ausfall 2015 nun wieder Dividende zahlt – im Gegensatz zur Raiffeisen Bank International, wo die Aktionäre erneut eine Nullrunde hinnehmen müssen.

UNIQA schafft die vierte Dividendenerhöhung in Folge (+12%), während die Kürzung bei Vienna Insurance (-57%) eine Erfolgssträhne von fünf Anhebungen beendet.

Verlässliche Dividendenzahler finden Anleger vor allem abseits des ATX: Von den 15 Firmen, die ihre Ausschüttung seit mehr als fünf Jahren nicht gekürzt haben, sind nur vier im Wiener Leitindex enthalten (Post, Wienerberger, Voestalpine, RHI).

2016-05-06 Dividendenprofil OBS AV ab 1992 Web-1

Die weißeste Weste hat die Linzer Oberbank: In über 25 Jahren wurde die Dividende nie gesenkt, sondern stufenweise aufgestockt. Zur ersten Riege des österreichischen Dividenden-Adels gehören überdies Mayr Melnhof Karton mit 20 Jahren ohne Kürzung und zuletzt sechs Anhebungen in Folge, die Bank für Tirol und Vorarlberg (19 Jahre) sowie der Edel-Caterer Do & Co, dessen Dividendenpolitik seit dem Börsengang 1998 dem Motto „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ folgt.

Wer stets zum Jahresanfang die Aktien der sieben Firmen ins Depot gepackt hat, die am längsten ohne Dividendenkürzung ausgekommen sind, konnte seit 2004 inklusive reinvestierter Ausschüttungen – ganz bequem und ohne hektisches Handeln – bis zu 610% Wertzuwachs einfahren. Dem ATX Total Return Index ist währenddessen nicht einmal eine Verdoppelung gelungen.

Zwischen Anfang 1991 und Ende 2015 kommt der ATX Kursindex auf eine jährliche Durchschnittsrendite von 3,6%. Beim ATX Total Return, der die Dividenden anrechnet, steht unter dem Strich ein Plus von 5,9% p.a. – will heißen: Fast zwei Fünftel der Langfrist-Rendite österreichischer Aktien resultieren aus Dividenden.

Das könnte Dich auch interessieren...