Stratec Biomedical Systems

Biotechnologie ist wie Goldschürfen: Mit großen Ambitionen starten viele, wirklich reich werden nur wenige – aber vor allem profitieren diejenigen, die Schaufeln und Spitzhacken verkaufen. In diese Kategorie gehört auch Stratec Biomedical Systems. Und während hierzulande viele forschende Biotech-Firmen aus darben oder am Venture Capital-Tropf von SAP-Milliardär Dietmar Hopp hängen, ist der Laborgeräte-Spezialist aus der Region Karlsruhe einer der Top-Dividendenzahler Deutschlands.

Abgesehen von einer Einmalzahlung 1999 schüttet Stratec seit 2004 aus und seitdem kennt die Dividende nur einen Weg nach oben. Auf diese Weise stehen nun bereits 14 Anhebungen in Folge zu Buche. Damit ist das 1979 gegründete Unternehmen die Nummer vier unter den deutschen „Serientätern“ – nur Fresenius, Fresenius Medical Care und Fuchs Petrolub bringen noch mehr aufeinander folgende Erhöhungen auf die Waage.

Wie bei fast allen Firmen mit einer derartigen Erfolgssträhne ist die Ausschüttungsquote natürlich nicht auf Kante genäht: In der Regel werden rund 40% der Gewinne an die Aktionäre verteilt. Nur nach schwachen Jahren – wie 2012 oder 2016 – wird der Payout temporär hochgefahren, um trotzdem zumindest ein kleines Dividenden-Plus zu ermöglichen. Die DividendenAdel-Idee der „atmenden“ Ausschüttung setzt Stratec also mustergültig um.

Mehr als ein Ausweis der Qualität des Geschäftsmodells ist die Dividende allerdings nicht. Mit 1,6% fällt die Rendite ziemlich mau aus, was überdies nicht durch eine besondere Dynamik kompensiert wird – zweistelliges Wachstum kann Stratec im Schnitt der letzten fünf Jahre nicht vorweisen. Kein Wunder deshalb, dass auch der Kurs nicht richtig vom Fleck kommt, nachdem die Aktie vor 2-3 Jahren einen etwas zu großen Schluck aus der Performance-Pulle genommen hatte. Wie einst am River Klondike braucht es auch hier eine ordentliche Portion Geduld, bis ordentlich was im Säckchen ist. Bei einem KGV um 20 scheint das Abwärtsrisiko allerdings begrenzt.

Stratec Biomedical

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