Länder-Indices seit 2008: America First – und dann lange nichts…

America first! An der Börse ist die Doktrin von Donald Trump längst Realität: Seit Anfang 2008 haben US-Aktien sich verdreifacht. In keinem anderen der Top 20 Anlage-Länder konnten Aktionäre – gerechnet in Euro und inklusive Dividenden – so fette Beute machen wie an der Wall Street. In der Schweiz und in Schweden gab’s immerhin eine Verdopplung, während der DAX in zehneinhalb Jahren nicht einmal 60% zugelegt hat und in Italien sogar ein Sechstel vom Geld verdampft ist.

Enttäuschend auch die Wertentwicklung der Schwellenländer. Die Wachstumshoffnungen hinken ziemlich hinterher. Vier der zehn wichtigsten Emerging Markets liegen im Minus, darunter mit Brasilien und Russland auch zwei der einst viel beschworenen BRIC-Staaten. Klassenprimus ist Indonesien mit einem Plus von knapp 90% – ein Land, das zwar wie alle in der Tabelle enthaltenen Indices via ETF investierbar ist, aber nicht in allzu vielen Depots enthalten sein dürfte.

MSCI World profitiert von der US-Stärke

A propos ETF: Der von vielen Index-Sparern als globale Paketlösung favorisierte MSCI World hat sich bravourös geschlagen – kein Wunder bei aktuell 60% US-Anteil. Dieser Klumpen ist natürlich auch ein Risikofaktor, wenngleich man nicht oft genug wiederholen kann, was Investment-Legende Warren Buffet 2016 in seinem Aktionärsbrief geschrieben hat: „For 240 years it’s been a terrible mistake to bet against America, and now is no time to start. America’s golden goose of commerce and innovation will continue to lay more and larger eggs.“

Länder-Indices mit unterschiedlichem Profil

Ein diversifiziertes Aktien-Portfolio, das der Stärke Amerikas, der (relativ) günstigen Bewertung Europas und Japans sowie dem Potential der Schwellenländer Rechnung trägt, dürfte jedenfalls auch in den nächsten zehn Jahren eine gute Ernte einfahren – und zwar ganz egal, ob man dabei auf ETFs, Einzelaktien oder (weil’s ja „nur“ um Geldanlage geht und nicht um Religion) einen sinnvoll strukturierten Mix setzt.

Beim Renditeziel nicht zu hoch greifen

Der sollte dann natürlich nicht nur die Großkonzerne aus den Leitindizes umfassen, sondern auch geringer kapitalisierte Titel. Die so genannten „Mid & Small Caps“, wie sie etwa im MDAX oder im Russell 2000 zusammengefasst sind, schneiden oftmals besser ab als die Dickschiffe. Auch hier gilt aber: Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine verlässliche Indikation für die Zukunft… weshalb etwa die 8%, die der MSCI World im Durchschnitt seit 2008 zugelegt hat, als Renditeziel für das nächste Jahrzehnt vielleicht ein bisschen ambitioniert sind.

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