Investment-Statistik August 2019: Flucht in die Sachwert-Klassiker

Zum Monatswechsel wie üblich der Blick auf die Wertentwicklungen der wichtigsten Anlage-Klassen und Aktien-Indices – allesamt über ETFs und/oder Index-Zertifikate investierbar, gleichwohl nicht nur für „passive“ Investoren relevant.

Stichtag für alle Infografiken, die auch gebündelt als PDF-Download verfügbar sind, ist der 31. August 2019. Ausgewiesen wird jeweils der Brutto-Gesamtertrag (Gross Total Return inkl. reinvestierter Dividenden und Zinsen) in Euro.

Top-Anlageklassen: Tagesgeld, Anleihen, Aktien, Rohstoffe, Immobilien

Auch wenn Handelsstreit, Rezessionsangst, Italien und Großbritannien die Nerven der Börsianer im August arg strapaziert haben – auf Monatsbasis hat sich nicht viel getan: Moderate Verluste an den etablierten Aktienmärkten, leichte Zugewinne bei Anleihen. Nur bei den Klassikern unter den Sachwerten gibt es einen klaren Trend. Gold und Immobilien(-Aktien) führen das Performance-Ranking sowohl im August als auch auf Ein-Jahres-Sicht an.

Top-Aktienindices: Industrieländer und Schwellenländer

Langfristiges Wachstumspotential und günstige Bewertung stehen außer Frage, aber momentan verfangen diese Argumente bei Investoren nicht: Im Wettstreit MSCI World vs. MSCI Emerging Markets bleiben die Schwellenländer den siebten Monat in Folge hinter den etablierten Aktienmärkten zurück. Verluste auf breiter Front, wenngleich in vier Ländern (Brasilien, Russland, Türkei und Indonesien) über zwölf Monate nach wie vor dick zweistellige Gewinne zu Buche stehen. Bei den Industriestaaten führt derweil Italien das Ein-Jahres-Ranking an – was auch eher selten passiert, schließlich kommt der FTSE MIB für die letzten zehn Jahre inklusive Dividenden auf gerade einmal 35% Wertzuwachs. Zum Vergleich: Selbst der DAX hat 120% zugelegt.

MSCI World: Globale Sektoren und Faktoren

In unsicheren Zeiten suchen Anleger Sicherheit und niedrige Schwankungen. Nur logisch also, dass die „Minimum Volatility“-Strategie weiterhin zu den Favoriten zählt und im August sogar 3% zulegen konnte. Für die vergangenen zwölf Monate summiert sich die Performance damit nun auf 17% – weit mehr als etwa mit Technologie-Aktien zu holen war. Value-Investoren müssen dagegen einen weiteren Tiefschlag hinnehmen: Nach dem jüngsten Rückgang ist nun sogar die Ein-Jahres-Bilanz negativ. Es hat den Anschein, als wären günstige Bewertungen kein Signal mehr für Aufholpotential, sondern eher ein Hinweis auf nicht (mehr) funktionierende Geschäftsmodelle.

STOXX Europe: Paneuropäische Branchen

Die Defensive macht das Spiel: Versorger, Gesundheit, Nahrungsmittel und Immobilien sind die Lehrbuch-Klassiker, wenn’s um vorsichtiges Investieren geht. Im Gegenzug werden im Rahmen der Sektor-Rotation zyklische Branchen wie Rohstoffe, Energie und Automobile beschleunigt abverkauft, nachdem die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Rezession auch in Europa weiter zugenommen hat. Banken und Versicherer leiden unter dem fortgesetzten Zins-Rutsch.

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