Fuchs Petrolub läuft wie geschmiert

Eine gute Woche für Fuchs Petrolub: Erst am Mittwoch wurde Patriarch Manfred Fuchs in die „Handelsblatt Hall of Fame der Familienunternehmen“ aufgenommen; heute meldet der MDAX-Konzern neue Rekorde bei Umsatz und Ertrag. Zuletzt hatte der nach eigenen Angaben weltgrößte unabhängige Schmieröl-Produzent für 2016 ein EBIT-Plus von 4-6% angepeilt. Tatsächlich konnte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im vor wenigen Tagen beendeten Geschäftsjahr aber sogar um 8% gesteigert werden. Der Umsatz, der 2015 erstmals die Zwei-Milliarden-Euro-Marke geknackt hatte, soll um rund 9% zugelegt haben.

15. Anhebung in Folge absehbar

Detaillierte Zahlen veröffentlichen die Mannheimer am 16. Februar, zusammen mit dem Dividendenvorschlag. Dass die Aktionärsbescherung üppiger ausfallen wird als im Vorjahr, steht dabei außer Frage. Denn mit nun 14 Anhebungen in Serie ist Fuchs Petrolub (hinter Fresenius und Fresenius Medical Care) die Nummer drei in Deutschland, wenn es um kontinuierlich steigende Ausschüttungen geht. Selbst 2008/09, als die Finanzkrise viele Firmen zu Kürzungen veranlasste, konnte das 1931 gegründete Unternehmen die Dividende weiter aufstocken – und das, obwohl das schmierige Geschäft eigentlich eher zyklisch ist.

2017-01-13 Dividendenprofil Fuchs Petrolub

Auch sonst ist Fuchs Petrolub lupenreiner DividendenAdel. Die Ausschüttungsquote liegt ziemlich exakt in der Mitte unseres Zielkorridors (25-50%), die Dividendendynamik ist zweistellig und auch die Rendite genügt unseren Standards. Nachdem im Vorjahr 0,82 Euro je Aktie gezahlt worden waren, dürften dieses Jahr mindestens 0,87 Euro drin sein – vielleicht sogar runde 0,90 Euro. Bei Kursen um 41,00 Euro ist Fuchs Petrolub damit ein solider Zweiprozenter, wobei die nachhaltige Ausschüttungspolitik ja nur ein Spiegelbild der Unternehmens- und Managementqualität ist, die sich auch weiterhin in einer langfristig überdurchschnittlichen Kursentwicklung niederschlagen dürfte.

Fuchs Stämme mit Rendite-Vorsprung

Gleichwohl gibt es eine Chance, die Rendite etwas aufzuhübschen. Denn neben den im MDAX enthaltenen stimmrechtslosen Vorzugsaktien sind auch die Stammaktien von Fuchs Petrolub börsennotiert. Weil diese aber zu mehr als 50% bei der Familie Fuchs liegen und deshalb nicht ganz so rege gehandelt werden wie die Vorzüge, gewähren die Börsianer einen Preisabschlag: Mit aktuell gut 38,00 Euro sind die Stämme knapp 10% billiger.

DividendenAdel Vergleich MDAX Fuchs

Zwar fällt auch die Dividende traditionell einen Cent niedriger aus. Unter dem Strich steht dennoch ein Quäntchen mehr Rendite – und für den gemeinen Privatanleger ist die Handelsliquidität mit zuletzt durchschnittlich 28.000 Stück Umsatz pro Tag allein auf Xetra allemal ausreichend. Für die Stammaktien spricht überdies, dass die Familie Fuchs immer wieder gerne über die Börse zukauft und dabei natürlich die Papiere mit Stimmrecht bevorzugt. Nicht zuletzt wegen dieser Transaktionen haben die Stämme in den letzten fünf Jahren inklusive reinvestierter Dividende rund 180% zugelegt, während die Vorzüge „nur“ auf einen Total Return von 160% kommen. Den MDAX haben damit beide Gattungen abgehängt.

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