Exxon Mobil

Nach einer wilden Berg- und Talfahrt kostet Erdöl heute ungefähr genauso viel wie vor zehn Jahren. Nicht überraschend deshalb, dass auch mit Öl-Aktien kein Staat zu machen war. Beispiel Exxon Mobil: Die knapp 80 US-Dollar, die man heute für einen Anteil berappen muss, waren auch schon 2007 fällig. Ohne die Dividende wäre ein Engagement beim nach Börsenwert größten Öl-Konzern der Welt ein Nullsummenspiel gewesen. Doch hinter der Ausschüttung steht ein Fragezeichen.

Zwar gehört Exxon Mobil zum erlauchten Kreis der „Aristokraten“, die ihre Dividende mindestens 25 Jahre in Folge angehoben haben. Leisten kann das Unternehmen sich diese Großzügigkeit aber nur, weil man früher allenfalls ein Drittel der Gewinne an die Aktionäre überwiesen hat, während der Großteil ins Geschäft und in die Reserven gewandert ist – die man nun anzapfen muss. Denn während Exxon dieses Jahr in vier Tranchen je Aktie insgesamt 3,06 US-Dollar ausschüttet, wurden 2016 lediglich 1,88 US-Dollar verdient. Und selbst auf Basis bereinigter Erträge beläuft sich der Payout noch immer auf 128%.

Geglättet über drei Jahre liegt die Ausschüttungsquote damit zwar weiterhin innerhalb des DividendenAdel-Korridors. Aber nicht mehr lange, schließlich dürfte der Überschuss auch 2017 nur unwesentlich höher ausfallen als die Dividende – und die Blöße einer konstanten oder gar rückläufigen Dividende wird Exxon Mobil sich nicht geben: Der Konzern verfügt über ein dickes Finanzpolster, hat kaum Schulden, zieht gerade wieder einmal ein Sparprogramm durch und hofft ansonsten, dass der Ölpreis irgendwann wieder steigt.

Die 45 Mrd. US-Dollar, die Exxon Mobil noch 2012 verdient hat, scheinen dennoch außer Reichweite, auch weil Anpassungen des Geschäftsmodells bei dieser Unternehmensgröße sehr lange dauern. Eine wirklich spannende Investment-Story ist die Aktie deshalb trotz einer Dividendenrendite von 4% nicht und gemessen am äußerst herausfordernden Umfeld ist ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 23 reichlich üppig. Wer das Depot „einölen“ will, greift lieber zu Konkurrenten wie Royal Dutch oder BP – die vor denselben Herausforderungen stehen, aber günstiger bewertet sind. Oder man tut es Warren Buffet gleich und engagiert sich beim Raffinerie- und Tankstellen-Betreiber Philips 66.

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