ETFs in der Diskussion: Geht’s auch etwas weniger dogmatisch?

Die Diskussion um ETFs wird schärfer. „Vorsicht bei Indexfonds“, warnt Thomas Mayer, ehemaliger Chefvolkswirt der Deutschen Bank und nun auf der Lohnliste des Vermögensverwalters Flossbach von Storch. „Absurde Dämonisierung“ kontert Bestseller-Autor Gerd Kommer und unterstellt den ETF-Kritikern höchst egoistische Motive. Es gehe bloß darum „zu verhindern, dass […] passives Investieren den üppigen Gebührenkuchen der Finanzbranche […] schrumpfen lassen könnte“.

Gibt es nur gut und böse?

Da ist durchaus Wahres dran. Aber ohne all den klugen Köpfen, die sich im ewigen Wettstreit aktiv versus passiv die Argumente um die Ohren hauen, zu nahe treten zu wollen: Gibt es echt nur gut und böse? Muss man sich wirklich entscheiden, ob ETFs die alleinseligmachende Antwort auf alle Fragen des (Anleger-)Daseins sind – oder der Anfang vom Ende der (Finanz-)Welt?

ETFs sind Portfolio-Bausteine – und Verpackungen

Irgendwie schade, dass die börsengehandelten Index-Fonds nicht einfach Portfolio-Bausteine sein dürfen, die Investoren Zugang zu einer Vielzahl von Ländern, Branchen und Strategien verschaffen – mit vielen Vorteilen und Stärken, die (wie fast immer im Leben) von einigen Nachteilen und Schwächen begleitet werden. Intellektuelle Masturbation und pseudoreligiöse Grabenkämpfe helfen jedenfalls niemandem weiter, zumal ETFs ja ähnlich wie aktive Fonds, Zertifikate oder Lebensversicherungen nur Verpackungen sind.

Was drin ist, ist spannender

Reden wir also lieber mal über das, was drin ist: Aktien, Anleihen, gerne auch Immobilien oder Geldmarkt. Auch dazu gibt es dieser Tage Interessantes in der F.A.Z. zu lesen. Denn ein Bonner Ökonom hat die Renditen der vier zentralen Anlage-Klassen bis zurück ins 19. Jahrhundert aufgezeichnet – und auf dieser Basis u.a. bewiesen, dass in den vergangenen 150 Jahren die Rendite auf das Kapital deutlich höher gewesen ist als die Wachstumsrate der Wirtschaft.

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