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Investierbare Indices: DividendenAdel Deutschland & Schweiz noch transparenter

Wer etwas für die Aktienkultur tun will, muss für mehr Transparenz sorgen. Das war schon 2010 mein Anliegen, als ich das stille Kämmerlein des Dividendenkassierers verlassen und gemeinsam mit der FOM Hochschule und den Anlegerschützern von der DSW und der FOM Hochschule die erste Dividendenstudie Deutschland veröffentlicht habe. Und auch meine Media-Aktivitäten, Vorträge und Workshops stehen unter dem Leitmotiv der Transparenz, genau wie die gerade aktualisierten DividendenAdel-Listen und die daraus abgeleiteten Investment-Strategien.

DividendenAdel nach strengen EU-Regeln

Umso mehr freue ich mich, dass es nun auch den DividendenAdel Deutschland und den DividendenAdel Schweiz nicht mehr nur in meinem Depot und in Excel-Screenshots hier auf der Website gibt – sondern ganz offiziell als Indices. Börsentäglich vom unabhängigen Index-Provider LIXX nach den strengen Vorgaben der „European Benchmark Regulation“ (EU-BMR) berechnet und wie der Frankfurter DAX oder der Zürcher SMI über Finanzportale und Datendienste wie Bloomberg bereitgestellt.

Analog zu den etablierten Börsen-Barometern unterliegen natürlich auch die neuen DividendenAdel-Indices gewissen Restriktionen. Berücksichtigt werden nur Unternehmen mit einem durchschnittlichen Handelsvolumen von 1,5 Mio. Euro bzw. Schweizer Franken pro Tag. Spezialwerte wie hierzulande Orbis und Umweltbank oder die Jungfraubahn in der Schweiz – für viele Investoren ohnehin nicht relevant – sind also nicht mit von der Partie.

Gleichgewichtung vermeidet Klumpenrisiken

Dafür werden die DividendenAdel-Indices anders als DAX und SMI nicht von wenigen Dickschiffen dominiert. Denn statt der traditionellen Gewichtung nach Börsenwert, die unweigerlich zu Klumpenrisiken führt, werden alle Aktien bei der jährlichen Überprüfung gleichgewichtet. Mid Caps wie Fuchs Petrolub oder Emmi haben also denselben Einfluss auf die Index-Entwicklung wie Blue Chips vom Schlage SAP oder Nestlé.

Auswahllisten künftig schon Anfang Oktober

Aktuell umfasst der Eidgenossen-Index 17, das deutsche Pendant 19 Aktien. Wer die Zusammensetzung mit der in der vergangenen Woche veröffentlichten Auswahlliste vergleicht, stellt freilich Abweichungen fest. Bechtle, Grenke und Symrise sind zwar Index-Mitglieder, aber hier auf der Website nicht mehr als DividendenAdel gelistet.

2012-01-20 DividendenAdel Schweiz Index Zusammensetzung

Hintergrund ist, dass beide Indices nicht erst zum Jahreswechsel, sondern bereits per Ende des dritten Quartals überprüft werden – wenn sowohl hierzulande als auch in der Schweiz (anders als im EU-Ausland oder in den USA) alle relevanten Unternehmen ihre Dividende gezahlt haben. Und per 30. September 2019 hatten drei Aktien noch alle DividendenAdel-Kriterien erfüllt. Erst durch die Kursanstiege im Schlussquartal ist dann die Dividendenrendite unter den Schwellenwert von 1% gefallen.

2012-01-20 DividendenAdel Deutschland Index Zusammensetzung

Ab diesem Jahr sind Indices und veröffentlichte Auswahllisten dann zeitlich kongruent. Den DividendenAdel 2021 gibt’s für Deutschland und die Schweiz also bereits in der ersten Oktoberwoche. Bis dahin werde ich die mit den neuen Indices verbundene Transparenz zum Anlass nehmen, wie von vielen Lesern und Followern gewünscht aktuelle News aus den DividendenAdel-Unternehmen auch unterjährig einzuordnen – und natürlich die Wertentwicklung zu kommentieren.

Leonteq begibt Tracker-Zertifikate auf beide Indices

Und wer will, kann sich die DividendenAdel-Barometer auch direkt ins Portfolio packen – über entsprechende Index-Tracker vom Schweizer Wertpapierhaus Leonteq AG. Die Zertifikate auf den DividendenAdel Deutschland (ISIN CH0511106418) bzw. den DividendenAdel Schweiz (ISIN CH0511106400) bilden die Indices abzüglich einer Jahresgebühr von 0,95% eins-zu-eins ab und sind ab sofort börsentäglich in Frankfurt und Zürich handelbar.

In Aktien investiert man am besten direkt

An meiner grundsätzlichen Meinung zu Finanzprodukten ändert das freilich nichts: In Aktien investiert man am besten direkt – indem man Aktien kauft. Punkt. Unmittelbares Eigentum, keine laufenden Gebühren, volle Souveränität.

Dagegen steht der Aufwand. Nicht jeder mag sich anderthalb Dutzend Aktien ins Depot legen, um ein einziges Land abzudecken – zumal eidgenössische Dividendenpapiere an deutschen Börsen derzeit nicht handelbar sind (und obendrein selbst der Partizipationsschein von Lindt & Sprüngli mit einem Preis von über 8.000 Franken so manches Depot sprengen würde). Hinzu kommt die jährliche Überprüfung, wobei Umschichtungen steuerlich suboptimal sein können, wenn bei einer mit Gewinn verkauften Position für ein Folge-Engagement nur der um die Abgeltungsteuer verminderte Erlös zur Verfügung steht. Und für eine halbwegs exakte Reinvestition der Dividenden reicht vielfach das Volumen nicht.

Finanzprodukte bieten mehr Komfort

Wer auf all das keine Lust hat, greift zu Finanzprodukten. Die komplette Strategie in nur einem Wertpapier, investierbar schon ab rund 100 Euro bzw. Franken, alle Umschichtungen automatisch und vielfach ohne  Steuereffekt. Und wie immer im Leben kostet Bequemlichkeit auch hier. Einerseits Geld, nämlich Managementgebühr. Andererseits Souveränität. So werden sämtliche Netto-Dividenden sofort in den Index reinvestiert. Man partizipiert also an den Dividenden, aber sie werden eben nicht regelmäßig ausgeschüttet und überdies lassen sich die abgezogenen Steuern nicht zurückholen.

Emittentenrisiko statt Sondervermögen

Außerdem ist man halt weder Aktionär noch Miteigner eines Sondervermögens, sondern nur Inhaber eines Zertifikats – also einer Schuldverschreibung, die an der Bonität des Emittenten hängt. Mit ihrem neuen Investment Grade-Rating (Fitch/Dezember 2019) und einem ausstehenden Volumen von 13,8 Mrd. Franken (per 30. Juni 2019) ist Leonteq zwar eine Top-Adresse für Strukturierte Anlageprodukte in der für ihr stabiles Finanzsystem weltweit beneideten Schweiz. Am prinzipiellen Emittentenrisiko ändert das jedoch nichts: Ginge das Institut pleite, wäre das Geld weg.

Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Dieser Beitrag dient nur der Information und stellt weder eine Rechts-, Anlage- oder Steuerberatung noch eine Aufforderung oder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Weder der Autor noch der Website-Betreiber Röhl Capital GmbH haften für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Bitte beachten Sie: Investitionen in Anleihen, Aktien, Fonds/ETFs, Zertifikate, Optionsscheine und andere Finanzinstrumente können mit teilweise erheblichen Markt-, Preis-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken verbunden sein, die unter Umständen sogar bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Vor jeder Investmententscheidung ist deshalb – ggfs. gemeinsam mit geeigneten steuerlichen, juristischen und finanziellen Beratern – zu prüfen, inwieweit ein Investment der individuellen Risikotoleranz sowie den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen und Planungen entspricht. Wertentwicklungen der Vergangenheit und historische Rückrechnungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die Röhl Capital GmbH erhält im Zusammenhang mit den erwähnten Tracker-Zertifikaten direkt und/oder indirekt Vergütungen von der Emittentin.