DividendenAdel Eurozone 07/18: Dritter Monatsgewinn in Folge – Skepsis bei Bayer

2018-06-30 DM1DVA Monatsreport Juli 2018-1Die DividendenAdel Eurozone 25 Strategie konnte im Juni den dritten Monat in Folge zulegen. Seit Ende Mai steht ein Wertzuwachs von rund 2,5% zu Buche, während die marktbreiten Indices wie der MSCI EMU etwas schwächer tendiert haben – kein Wunder angesichts der Eskalation im transatlantischen Zoll-Streit, der Regierungskrise in Deutschland und der Angst vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise. Noch schlagen diese Faktoren zwar mehr auf die Stimmung als auf die Kurse durch. Gleichwohl kann jede Zuspitzung jederzeit eine kräftige Korrektur auslösen, der sich dann auch das Gros der DividendenAdel-Aktien wohl kaum entziehen könnte.

Ingenico wird wiederentdeckt

Einstweilen wird Qualität aber noch belohnt, manchmal auch in Form einer Wiederentdeckung. So geschehen bei Ingenico: Die Papiere des französischen Zahlungsabwicklers waren im Februar/März um rund ein Drittel eingebrochen, konnten sich nun jedoch kräftig erholen. Kurstreibend wirkt vor allem der gelungene Börsengang des Paypal-Konkurrenten Adyen, der die gesamte europäische Fintech-Szene elektrisiert. In puncto Wachstum kann Ingenico es zwar weder mit Adyen noch mit dem TecDAX-Highflyer Wirecard aufnehmen. Im Gegenzug ist die Aktie allerdings auch deutlich günstiger bewertet – und in Verbindung mit der nach wie vor starken Positionierung im Handel weckt das Kurs/Gewinn-Verhältnis von 16 durchaus Begehrlichkeiten. Jüngsten Gerüchten zufolge sollen gleich mehrere Private Equity-Firmen ein Übernahmeangebot prüfen.

Inditex versus H&M

Ebenfalls zurück in der Spur ist Inditex. Bei Kursen um 30,00 Euro notiert der Mode-Multi (Zara, Massimo Dutti, Bershka) nun wieder auf demselben Niveau wie zu Jahresanfang. Verantwortlich für das rund achtprozentige Monatsplus ist vor allem die Konkurrenz: Die anhaltend miserablen Zahlen von H&M lassen Inditex umso heller strahlen. Denn im Gegensatz zum schwedischen Erzrivalen schneidern die Spanier steigende Umsätze und Gewinne – auch wenn die Wachstumskurve zuletzt abgeflacht ist. Doch im immens schnelllebigen Klamotten-Business sind Stetigkeit und Verlässlichkeit nun mal besondere Qualitäten, weswegen Inditex mit dem dreifachen Umsatz bezahlt wird, während sich bei H&M nach dem mittlerweile drei Jahre anhaltenden Sinkflug Erlöse und Börsenwert die Waage halten.

Skepsis bei Bayer

Ganz unten im seit der Übernahme von Abertis durch Hochtief nur noch 24 Aktien umfassenden Monats-Ranking liegt Bayer. Gut 6% Kursverlust im Juni sind zwar nicht dramatisch, zeigen aber, wie skeptisch die Investoren dem nunmehr auch von den US-Behörden durchgewunkenen Monsanto-Deal gegenüberstehen: Wird die dickste Übernahme, die je eine deutsche Firma gewagt hat, ein ähnliches Fiasko wie einst die Fusion von Daimler und Chrysler – oder können die Leverkusener ihre legendäre Unternehmenskultur erfolgreich in die USA exportieren? Wenn ja, kann die Bayer-Aktie sich binnen fünf Jahren verdoppeln; andernfalls dürfte der Konzern wohl zerschlagen werden.

Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht

Seriös abschätzen lässt sich das nicht. Zunächst müssen die Aktionäre mal bluten: Damit die Schuldenlast tragbar bleibt, findet eine weitere Kapitalerhöhung statt. Das DividendenAdel Eurozone Zertifikat der Deutschen Bank (ISIN DE000DM1DVA8) kann dabei aus technischen Gründen nicht mitmachen. Allerdings wird der rechnerische Wert des Bezugsrechts gutgeschrieben und reinvestiert – genau wie bei den Dividenden.

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