DividendenAdel Eurozone 04/2018: Wall Street niest – Europa kriegt den Schnupfen

2018-03-31 DM1DVA Monatsreport April 2018„Wenn Wall Street niest, kriegt Europa den Schnupfen“, lautet ein altes Börsen-Bonmot, das sich in den ersten Monaten des Jahres 2018 wieder einmal bewahrheitet. Während der US-amerikanische Leitindex S&P 500 zwischen Anfang Januar bis Ende März unter dem Strich gerade einmal ein Prozent verloren hat, ist der EURO STOXX 50 um mehr als vier Prozent abgesackt – sieht ganz so aus, als hätte man hierzulande weitaus mehr Angst, dass die von Präsident Trump angekündigten Strafzölle nicht bloß populistisches Gebrüll sind, sondern vielleicht der Anfang vom Ende des globalen Freihandels. Die Stimmung jedenfalls ist erst einmal im Eimer, wovon auch die DividendenAdel Eurozone 25 Strategie nicht verschont bleibt: Nach dem schwachen Februar steht für den März ein Minus von weiteren 1,8% zu Buche.

Unilever nutzt den Brexit

Dabei gibt es durchaus Aktien, die sich dem Negativtrend entziehen können – derzeit etwa Unilever. Mit einem Plus von 6,7% steht der Konsumgüter-Riese an der Spitze des Rankings. Grund dafür ist der Brexit. Denn wenn Großbritannien aus der Europäischen Union ausscheidet, will das britisch-niederländische Unternehmen seine historisch bedingte Doppel-Struktur einstampfen und nur noch ein Domizil im Land der Windmühlen unterhalten. Das dürfte für kräftige Einsparungen sorgen, genauso wie die jüngst bestätigte Neuordnung der Segmente des Konzerns, der jeweils rund die Hälfte seiner Umsätze mit Nahrungsmitteln und Haushalts- bzw. Hygieneprodukten.

Fraport stagniert

Gleichzeitig gehört Unilever zu den wenigen europäischen Top-Firmen, bei denen die Dividende 2018 noch nicht feststeht. Erst am 19. April gibt es die offizielle Ankündigung. Eine Erhöhung gilt dabei als sicher, schließlich ist Unilever eine der wenigen Euroland-Firmen, die die US-amerikanische Definition eines Dividenden-Aristokraten erfüllen – mindestens 25 Anhebungen in Serie. Von diesem Status ist Fraport ein Vierteljahrhundert entfernt: Trotz gut laufender Geschäfte zahlt der Frankfurter Flughafenbetreiber mit 1,50 Euro je Aktie nur genauso viel wie im Vorjahr. Zwar wurde die Erfolgsbilanz damit auf 15 Jahre ohne Kürzung ausgebaut. Für den DividendenAdel wäre jedoch als letzte „Dividend Action“ ein Plus erforderlich. Demzufolge wird Fraport 2019 nicht mehr in der Strategie enthalten sein.

DividendenAdel Eurozone Zertifikat

Inditex und Danone erhöhen kräftig

Bei den anderen vier Unternehmen, die sich im März zur diesjährigen Dividende geäußert haben, dürfen sich die Aktionäre dagegen über teils üppige Anhebungen freuen. So wird der spanische Mode-Multi Inditex 2018 insgesamt 0,75 Euro je Aktie ausschütten, rund 10% mehr als im Vorjahr. Der französische Lebensmittelhersteller Danone erhöht sogar um 12%, während der im MDAX gelistete Aroma-Spezialist Symrise und der italienische Pillendreher Recordati sich mit Anhebungen von 4% bzw. 2% eher knauserig zeigen.

Zehn Ex-Tage im April

Insgesamt liegen damit für 23 der 25 Unternehmen offizielle Dividendenankündigungen vor; neben Unilever fehlt nur noch die belgische Supermarkt-Kette Colruyt. Doch nun ist ohnehin erst einmal Zahltag: Im April schütten gleich zehn Firmen aus. Davon profitiert dann auch das DividendenAdel Eurozone Zertifikat der Deutschen Bank (ISIN DE000DM1DVA8) das die Netto-Ausschüttungen aller 25 Unternehmen taggenau reinvestiert. Den Anfang macht Henkel am 10. April mit 1,79 Euro je Aktie, später folgen u.a. L’Oréal (25. April: 3,55 Euro) und die Münchener Rück (26. April: 8,60 Euro).

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