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DividendenAdel Eurozone 2020: 40 Firmen bieten höchste Qualität

DividendenAdel Eurozone 2020 AuswahllisteDie Ausschüttungsqualität in der Eurozone steigt. Per Anfang 2020 erfüllen von den 250 wichtigsten Börsenfirmen der Region immerhin 40 alle Anforderungen des „Magischen Vierecks“ – fünf Gesellschaften mehr als im Vorjahr. Damit spiegelt der DividendenAdel Eurozone allerdings nicht nur das robuste wirtschaftliche Umfeld wider, sondern auch einen gewissen Basiseffekt. Hier die Selektionsliste als PDF-Dokument herunterladen!

Denn für die erste DividendenAdel-Hürde – zehn Jahre ohne Kürzung – sind jetzt die Ausschüttungen der Jahre 2010 bis 2019 relevant. Wer im Krisenjahr 2009 seine Dividende gekappt hat, wird nun also deswegen nicht mehr aussortiert. Dennoch bleiben selbst unter dieser Prämisse nur 76 Unternehmen übrig, bei denen die Gewinnbeteiligung der Aktionäre während der kompletten „Zehner Jahre“ immer gezahlt und nie gesenkt worden.

Nicht einmal jede dritte Euro-AG schafft es in die zweite Runde

Trotz immensem konjunkturellem und geldpolitischem Rückenwind schafft es mithin nicht einmal jede dritte Euroland-AG in die zweite Runde des DividendenAdel-Vierkampfs. Dort steht die Ausschüttungsquote auf dem Prüfstand: Wo geglättet über drei Jahre mehr als drei Viertel der Gewinne an die Anteilseigner ausgekehrt werden, bleibt oft nicht mehr genügend (Eigen-)Kapital für Investitionen – weshalb über ein Dutzend Firmen aussortiert wird, darunter traditionell einige Versorger. Erstmals an der Payout-Hürde gescheitert und damit nicht mehr im aktuellen DividendenAdel enthalten ist dagegen das spanische Mode-Imperium Inditex (Zara, Massimo Dutti, Bershka).

DividendenAdel Eurozone Inditex

Alibi-Dividenden werden aussortiert

Gleichzeitig darf die Ausschüttungsquote auch nicht zu niedrig ausfallen. Schließlich sind Aktionäre keine Hündchen, die man mit ein paar Ertragskrümeln abspeisen kann. Wer Aktien kauft, soll in angemessener Form am Gewinn beteiligt werden. So mögen Wirecard, Fresenius oder die irische Kerry Group tolle (Wachstums-)Unternehmen sein. Aber Payouts unter 25% sind Alibi-Ausschüttungen und passen schlichtweg nicht in ein Beuteschema namens DividendenAdel.

Dasselbe gilt für Firmen, die im Durchschnitt der letzten fünf Jahre oder per Ultimo 2019 bei der Rendite eine Null vor dem Komma stehen haben. Durch diese Einschränkung fliegen vor allem Aktien raus, bei denen die Kurse in der letzten Zeit ungleich schneller gestiegen sind als die Dividenden – darunter ein paar echte Qualitätswerte wie die französische Luxus-Ikone Hermès oder die MDAX-Highflyer Bechtle, Nemetschek und Symrise.

Zuletzt entscheidet das Momentum

So gehen schließlich nur noch 45 Aktien in die vierte Runde, in der es nun auf die Dividenden-Dynamik ankommt. Mindestens drei Anhebungen in zehn Jahren sind Pflicht, so dass der französische Baukonzern Bouygues mit nur einer Aufstockung scheitert. Dazu muss auch das kurzfristige Dividenden-Momentum positiv sein, sprich 2019 sollen die Aktionäre dickere Schecks bekommen haben als 2018 – was bei fünf Unternehmen nicht der Fall war, etwa bei der Deutschen Post und beim Industriegas-Riesen Air Liquide.

DividendenAdel Eurozone Kering

Um das finale Ranking zu erhalten, werden die verbleibenden 40 Unternehmen absteigend nach dem Dividenden-Wachstum der letzten fünf Jahre sortiert – und der Sieger stammt aus Deutschland: HeidelbergCement hat die Ausschüttung seit 2014 im Schnitt um 28,5% p.a. gesteigert und verweist damit Kering auf den zweiten Platz. Der französische Gucci-Eigentümer hat seinen Anteilseignern zwar zuletzt satte 75% mehr überwiesen als im Vorjahr, aber für das halbe Jahrzehnt steht unter dem Strich eben nur ein Zuwachs von 22,9% p.a. Dahinter folgt als drittes Unternehmen mit mehr als 20%-iger Dynamik der italienische Pharma-Hersteller Recordati, der das Ranking im Vorjahr angeführt hatte.

DividendenAdel Eurozone: Für jeden etwas dabei

Doch auch die 37 anderen Unternehmen überzeugen durch nachhaltige Qualität und sind allesamt Kandidaten für das eigene Portfolio. Bei der konkreten Investment-Entscheidung können nun individuelle Vorlieben einfließen. Wer hohe Ausschüttungsrenditen will, findet im primären DividendenAdel immerhin 19 Aktien, die dieses Jahr in Relation zum aktuellen Kurs mehr als drei Prozent abwerfen – zum Beispiel HeidelbergCement, der französische Werber Publicis, der Finnen-Förster UPM Kymmene oder die Versicherer Allianz, Axa und Münchener Rück.

DividendenAdel Eurozone Allianz

Soll die Zuverlässigkeit maximiert werden, stehen eher der frisch fusionierte Optik-Riese EssilorLuxottica, der Pillendreher Sanofi, der spanische Netzbetreiber Red Electrica oder der Konsum-Multi Unilever ganz oben auf der Agenda. Allen diesen Firmen gemein ist, dass sie ihre Ausschüttung nicht nur zehn Jahre nicht gesenkt, sondern über zwei Jahrzehnte lang Jahr für Jahr erhöht haben.

Auch Ausschluss-Kriterien sind möglich, wobei sich insbesondere die Verschuldung anbietet. Als Indikator dafür kommt das Verhältnis aus Nettoverbindlichkeiten (Net Debt) und operativem Ergebnis (EBITDA) infrage. Dies ist basierend auf den letztverfügbaren Bilanzdaten in der Liste ausgewiesen, wobei Werte oberhalb von 2,5 tentenziell zur Vorsicht mahnen.

Systematisches Index-Konzept weiterhin auf Erfolgskurs

Oder man macht es sich ganz einfach und packt streng nach „Schema F“ die bestplatzierten Aktien gleichgewichtet ins Depot. Genau das macht der Solactive DividendenAdel Eurozone Index, der jedes Jahr am zweiten Montag mit den 25 Top-Aktien bestückt wird und dieses Portfolio dann börsentäglich nachzeichnet, natürlich inklusive der reinvestierten Netto-Dividenden.

DividendenAdel Eurozone vs. EURO STOXX seit 2015

Das Ergebnis beweist, dass der DividendenAdel Eurozone mehr ist als eine Auszeichnung für Unternehmen oder ein Wegweiser für Anleger – nämlich eine sehr erfolgreiche Investment-Strategie. Über die letzten fünf Jahre hat der Index, der sowohl bei Solactive als auch über verschiedene Finanzportale abrufbar ist, sowohl den „großen“ EURO STOXX als auch den auf Ausschüttungs-Dickschiffe fokussierten EURO STOXX Select Dividend 30 klar übertroffen.

Mehr über den Index und das darauf basierende Open End-Zertifikat der Deutschen Bank (WKN DM1DVA), das seit Emission im Februar 2017 bereits über 30% zugelegt hat, gibt’s nächste Woche im offiziellen Reporting zur neuen Zusammensetzung.

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