DividendenAdel Eurozone 10/2017: Qualität macht sich bezahlt

2017-09-30 DM1DVA Monatsreport Oktober 2017 -1Ausgerechnet im September, statistisch gesehen der schlechteste Börsenmonat, haben die europäischen Aktienmärkte wieder Fahrt aufgenommen. Zwar gab es kaum relevante Unternehmensmeldungen und das geopolitische Umfeld hat sich durch die Bundestagswahl sowie die verbale Eskalation im Nordkorea-Konflikt sogar verschlechtert. Dennoch konnte die DividendenAdel Eurozone 25 Strategie im Monatsverlauf gut 2,2% zulegen.

Deutsche Bank DividendenAdel Eurozone Zertifikat

MTU Aero Engines fliegt davon 

Vielleicht haben die aus der Sommerfrische zurückgekehrten Investoren ja einfach festgestellt, dass viele Qualitätstitel aus der Eurozone – insbesondere in Relation zu den meisten US-Aktien – nach wie vor günstig bewertet sind. Das zumindest würde erklären, warum MTU Aero Engines an der Spitze des September-Rankings steht. Der Münchener Spezialist für Flugzeug-Triebwerke hat sich im Monatsvergleich um knapp 15% verteuert und zuletzt sogar bei 134,95 Euro ein neues Allzeithoch markiert. Trotzdem scheint die Aktie mit einem KGV von 18 nach wie vor nicht überbewertet.

Rundum-Qualität statt nur Rendite 

Gleichzeitig steht der MDAX-Konzern beispielhaft für das DividendenAdel- Prinzip: Mit einer Rendite von aktuell 1,6% ist MTU Aero Engines keine klassische Dividenden-Aktie. Dafür punktet die Firma seit dem Börsengang 2005 mit einer lupenreinen Historie. In zwölf Jahren gab es bislang keine Kürzung, sondern neun Anhebungen. Die weiße Weste resultiert nicht nur aus der moderaten Ausschüttungsquote von rund einem Drittel, sondern ist auch Ausweis der besonderen Qualität des Geschäftsmodells – die sich sowohl in einer knapp zweistelligen Dividenden-Dynamik als auch in nachhaltigen Kursgewinnen niederschlägt.

Gefallene Engel auf Erholungskurs 

Ansonsten sind im September vor allem diejenigen Aktien gut gelaufen, die zuvor ein bisschen in Ungnade gefallen waren – etwa der Groß-Caterer Sodexo, die Werbeagentur Publicis oder die von der Hurrikan-Saison gebeutelte Münchener Rück. Alle drei Titel waren in den vergangenen Reportings als Kandidaten für eine baldige Erholung vorgestellt worden und bestätigen nun die eher passive Ausrichtung der DividendenAdel-Strategie: Solange die (Ausschüttungs-)Qualität intakt ist, sind Kursrückgänge kein Grund, sich von einer Aktie zu trennen. Lieber cool bleiben und Dividenden kassieren…

Colruyt leidet unter Amazon 

Schwer fällt das momentan bei Colruyt. Wie fast alle Filialisten leidet nun auch die belgische Supermarkt- Kette unter der Amazon-Angst: Investoren fürchten, dass der E-Commerce- Gigant über kurz oder lang jedem Händler den Garaus machen wird. Doch kaufen wir bald wirklich alle unser Fleisch, unsere Brötchen und unseren Tiefkühl-Spinat online? Falls nicht, werden geduldige Anleger bei Colruyt mit 2,7% Dividendenrendite belohnt, weshalb die Aktie auf der Watchlist zur DAGA-Challenge steht.

Dior scheidet aus 

Ob’s auch 2018 wieder für den DividendenAdel Eurozone reicht, wird sich hingegen erst am Jahresanfang zeigen. Historie und Payout schauen sauber aus, doch eventuell gehört Colruyt bald nicht mehr zum Basis-Universum der nach Börsenwert und Liquidität 250 wichtigsten Euro-Firmen. Dieses Schicksal hat im Zuge der Übernahme durch LVMH bereits Christian Dior ereilt. Weil kaum noch Papiere auf dem Markt sind, ist die Aktie mit sattem Gewinn aus dem DividendenAdel Eurozone Zertifikat der Deutschen Bank (ISIN DE000DM1DVA8), ausgeschieden. Bis Januar sind damit nur noch 24 Aktien im Index enthalten.

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