Death by Amazon: Wer überlebt die Disruption?

Egal, ob es um billige Massenware oder hochwertige Markenartikel geht, um B2C oder B2B, um Elektronik oder Essen, um Schuhe oder Schokolade: Über kurz oder lang, so das Mantra der digitalen Disruption, wird Amazon jedem Händler den Garaus machen.

Amazon macht alle(s) platt

Natürlich mit immensen Kollateralschäden. Denn wenn nur noch online gekauft wird, braucht’s auch keine Shopping-Center mehr. Die Post wird ebenfalls Probleme kriegen, schließlich baut Amazon seinen Zustellservice massiv aus. Und nebenbei erlegt der E-Commerce-Gigant mit seiner Cloud Computing-Tochter AWS noch ein paar IT-Dinos vom Schlage IBM – während Amazon Prime Video den Kinos und TV-Sendern das Geschäft verdirbt.

Online-Shopping versus Karstadt Recklinghausen

Irgendwann zwischen 2025 und 2030 müsste Jeff Bezos demnach die Weltherrschaft erobert haben. An der Börse wird dieses Szenario schon einmal vorweggenommen. Während die Amazon-Aktie sich allein in den letzten drei Jahren nahezu vervierfacht hat, kam es bei vielen konventionellen Händlern zu einem veritablen Ausverkauf. Das Extrembeispiel ist Sears: Bei dem Kaufhaus- und Supermarkt-Riesen sind seit September 2015 rund 95% vom Börsenwert verdampft – durchaus zurecht, denn die meisten der noch immer knapp 900 Geschäfte sehen aus wie Karstadt Recklinghausen Anfang der Neunziger Jahre.

Death by Amazon Sears

Death by Amazon – nur eine Frage der Zeit?

Doch ist Sears, gegründet 1886, wirklich ein Amazon-Opfer – oder nicht eher eine aus der Zeit gefallene Firma, die zu besoffen war von der eigenen Tradition, um sich auf die Bedürfnisse ihrer Kunden einzustellen? Ist der Death by Amazon tatsächlich bloß eine Frage der Zeit – oder gibt es neben der Bezos-Firma nicht vielleicht doch Platz für smarte Shopping-Konzepte?

Amazon-Kontrahenten im echtgeld.tv-Check

Dieser Frage gehe ich mit Tobias Kramer in der September-Ausgabe von „echtgeld.tv: Thema des Monats“ nach. Und unserem einstündigen Parforceritt durch die durch den Groß- und Einzelhandel, die Logistik-Branche sowie die Technologie- und Medienwelt entdecken wir tatsächlich einige Unternehmen, die Amazon die Stirn bieten könn(t)en. Beispielsweise den US-Händler Five Below, wo – nomen est omen – nichts mehr als fünf Dollar kostet. Außer der Aktie, die sich in den letzten zwei Jahren verdreifacht hat.

Oder die dividendenadelige Baumarktkette Hornbach, die konsequenter als alle Wettbewerber in die Verzahnung von „onland“ und „online“ investiert. Außerdem unter der Lupe: Die US-Apotheken CVS, der gebeutelte Handelsriese Metro (wo der neue Großaktionär frischen Schwung bringen könnte), die Deutsche Post sowie das seit Frühjahr börsennotierte Cloud-Computing-Startup Dropbox. Jetzt auf Youtube!


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