Camera Work: Vedder, Kunst und Essen für 4.000 Euro

DividendenAdel heute zwei Straßen weiter im Berliner Museum THE KENNEDYS, wo traditionell die Hauptversammlung der Camera Work AG stattfindet – eines der wenigen Unternehmen, wo wir mal nicht auf die Zahlen schauen, sondern aus purer Leidenschaft engagiert sind.

Denn eine Dividende hat die Aktie, die mit einem Preis von 4.000 Euro zu den teuersten auf dem deutschen Kurszettel ist, noch nie gezahlt. Das Galerie-Geschäft ist zwar leidlich profitabel, doch primär kuratiert das Team um Ute Hartjen und Benjamin Jäger eine der weltweit umfangreichsten Fotokunst-Sammlungen – die mit 60 Mio. Euro in den Büchern steht, tatsächlich aber viel mehr wert sein könnte.

Mehr als diese Spekulation lockt jedoch die HV. Das mit knapp drei Dutzend Gästen sehr familiäre Aktionärstreffen ist nämlich eine der wenigen Gelegenheiten zum Handshake mit dem legendären Clemens J. Vedder – in den 1980/90er Jahren einer aggressivsten Investoren des Landes, heute selbsternannter „Frührentner mit abgeschlossener Vermögensbildung“ und Großaktionär von Camera Work.

Die Mischung aus Grandezza und Nonchalance, mit der Halb-Milliardär Vedder „seine“ Hauptversammlung leitet, sucht ihresgleichen und gehört genauso zur emotionalen Rendite wie der aufwendig-liebevoll gestaltete Geschäftsbericht, für den Sammler bisweilen sogar dreistellige Beträge berappen. Dazu gibt’s jedes Jahr einen hochwertigen Bildband (dieses Mal mit Motiven von David Drebin) sowie kulinarische Pretiosen von Mogg – u.a. bekannt für das beste Pastrami östlich von New York.

Alles in allem also eine recht stattliche Naturaldividende, auch wenn diese kaum erschwinglich ist: Seit Anfang 2015 wurden insgesamt gerade einmal elf (!!!) Camera Work-Aktien gehandelt. Doch Luxus gibt’s natürlich auch liquide und für den schmaleren Geldbeutel – mehr dazu am Montag in der nächsten DividendenAdel Top 7, die der Glamour-Welt von Hermès, Dior und Louis Vuitton gewidmet ist.

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