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Aktien fürs Leben: Capital-Titel, echtgeld.tv-Sendung und ein Dividenden-Schmankerl

Aktien fürs Leben! Unter diesem Titel veröffentlicht das Magazin Capital immer im September eine Liste internationaler Qualitätsaktien für Buy & Hold-Investoren. Basis ist ein acht Kennzahlen umfassendes Screening, das einst von Christian Kirchner entwickelt wurde – und seit Christian zum Branchendienst finanz-szene.de gewechselt ist (wo er mit seinen investigativen Recherchen inzwischen alle relevanten Journalistenpreise abgeräumt hat), habe ich die Ehre, die Redaktion bei dieser Analyse zu begleiten.

Nicht ganz ohne Grund, denn ein integraler Anspruch an die „Aktien fürs Leben“ ist langjährige Dividenden-Kontinuität. Berücksichtigt werden nur Unternehmen, die ihre Ausschüttung seit mindestens 25 Jahren nicht gesenkt haben – also über mehrere Wirtschaftszyklen und -krisen hinweg nachrechenbaren Shareholder Value liefern konnten. Die Stars der Plattform-Ökonomie sucht man hier also vergeblich, schließlich zahlt selbst Microsoft gerade mal seit 19 Jahren Dividende.

Dividenden-Kontinuität als höchster Hürde

Technologie-Werte würden es allerdings auch sonst kaum in die Liste schaffen. Denn neben der Dividenden-Historie, der Ausschüttungsquote (maximal 75%) und der Dividendenrendite (mindestens 1%) spielt auch die fundamentale Bewertung eine Rolle. Das Kurs/Cashflow-Verhältnis darf höchstens bei 20 liegen – und da liegen die meisten Tech-Riesen deutlich drüber. Auch bei vielen Konsumgüter-Riesen wird das in den Augen vieler Investoren krisenfeste (oder wie man heute wohl sagt: resiliente) Geschäftsmodell inzwischen deutlich höher bezahlt.

Kein klassisches Value-Screening

Dennoch sind die „Aktien fürs Leben“ kein klassisches Value-Screening. Obendrein fließt nämlich auch die Gewinnentwicklung mit ein. Wer seine Erträge über die vergangenen fünf Jahre nicht steigern konnte, ist draußen – genauso wie alle Firmen, bei denen der Analystenkonsens für die kommenden drei bis fünf Jahre kein Gewinnwachstum erwartet. Hinzu kommt die Verschuldungssituation, in Relation zum Eigenkapital. Denn auch wenn die Zinsen niedrig sind: Zu hohe Schulden gegen zu Lasten der unternehmerischen Flexibilität.

Grundgesamtheit für die Capital-Selektion ist der STOXX Global 1800. Der hierzulande bislang nicht via ETF investierbare und deshalb nicht sonderlich geläufige Index hat den Charme, dass er im Gegensatz zu gängigen Welt-Barometern nicht von den USA dominiert wird. Stattdessen sind die jeweils 600 wichtigsten Unternehmen der drei etablierten Wirtschaftsräume enthalten: Europa, Nordamerika (USA/Kanada) sowie Asia/Pazifik mit Fokus auf Japan und Australien.

50 Aktien als Menükarte

Aus diesem Universum werden durch das Screening 50 Aktien destilliert. Diese sollte man natürlich nicht als ultimative Kaufliste oder fertige Stock Picking-Strategie missverstehen, sondern eher wie eine Menükarte interpretieren. Im Restaurant mampft man ja auch nicht wahllos alles, was die Küche hergibt. Vielmehr sucht man sich aus der Karte das aus, was zum eigenen Geschmack passt, worauf man gerade Lust hat oder was man vielleicht noch nicht kennt, aber irgendwie verlockend klingt. Und in diesem Sinne wollen die „Aktien fürs Leben“ einerseits den Appetit auf langfristiges Buy & Hold anregen und andererseits Inspirationen für das eigene Research liefern.

Einige Investment Cases werden in der Titelstory der aktuellen Capital-Ausgabe, die jetzt am Kiosk oder online verfügbar ist, bereits detaillierter beschrieben. Dazu gibt’s wie 2018 und 2019 eine echtgeld.tv-Sendung, in der Capital-Redakteurin Birgit Haas ihre fünf Favoriten aus der Liste vorstellt. Obendrein haben auch Tobias Kramer und ich jeweils ein Aktien-Quintett nominiert, die wir – aus unterschiedlichen Motivationen – als „Aktien fürs Leben“ ansehen.

PDF-Liste mit den zuverlässigsten Zahlern im STOXX Global 1800

Garniert wird das alles mit einem persönlichen Schmankerl von mir. In dem mit diesem Post verknüpften PDF habe ich alle STOXX Global 1800-Mitglieder aufgelistet, die auf einen Track Record von mindestens 20 Jahren ohne Dividendenkürzung kommen – sozusagen eine „Dividende Pur“-Inspiration für alle, die auf der Suche nach Unternehmen mit langfristig zuverlässiger Ausschüttungsqualität sind.

Die Liste ist bewusst schlicht gehalten. Neben WKN, Branche, Land und Währung weise ich nur den Track Record für die letzten 25 Jahre (1997-2021) aus – also wie lange in Serie die Dividende erhöht, (mindestens) konstant gehalten und gezahlt wurde. Ich gebe zu: Natürlich wäre es praktisch, wenn die Liste nicht als statisches PDF, sondern als frei sortierbares Screening mit aktuellen Kursen und Kennzahlen verfügbar wäre.

Aber das ist weder meine Kompetenz noch mein Fokus. Ich verwalte primär mein eigenes Vermögen, teile gerne meine Erfahrungen – aber nehme mir die Freiheit, dafür die Formate zu nutzen, die mir Spaß machen. Und das sind nun mal Podcasts/Videos und soziale Medien wie Twitter oder Instagram. Lange Blogbeiträge oder Online-Datenbanken sind hingegen nicht so mein Ding.

Empfehlung: Aktien.guide – die Daten- und Screening-Plattform

aktien.guideDas können viele andere sehr viel besser. Etwa die vom großartigen Stefan Waldhauser – u.a. Advisor des äußerst erfolgreichen Wikifolios „High-Tech Stock Picking“ – mit initiierte Plattform *aktien.guide. Dort sind inzwischen tagesaktuelle Profile zu über 6.000 internationalen Aktien abrufbar und für einen monatlichen Obolus von 9,90 Euro gibt es dazu ein sehr flexibles Screening-Tool und mehrere Scoring-Modelle (darunter auch ein DividendenAdel-Score).

Für 205 Titel aus DAX, MDAX, ATX, SMI, Dow Jones und Nasdaq 100 ist sogar die komplette Funktionalität kostenlos – ideal, um *aktien.guide erstmal zu testen. Dazu kommt der Blog mit zahlreichen Kurzanalysen, die ebenfalls gratis sind. Ich bin ja mit Empfehlungen generell sehr vorsichtig, aber das finde ich eine ebenso gute wie faire Sache!

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