IBM

IBM könnte ein grandioses Unternehmen sein – wenn die Börsennotierung den IT-Dienstleister nicht alle drei Monate zwingen würde, Zahlen vorzulegen. Die sorgen nämlich regelmäßig für schlechte Stimmung, seit sage und schreibe 21 Quartalen (also mehr als fünf Jahren) geht der Umsatz kontinuierlich zurück. Auch der Jahresüberschuss liegt 20-25% unter den Bestmarken aus 2011-13.

Trotzdem dürfte „Big Blue“ ab 2020 zum Kreis der US-amerikanischen Dividenden-Aristokraten gehören. Denn bereits jetzt kommt der Konzern auf eine bemerkenswerte Historie von 22 Anhebungen in Folge. Fehlen für den Aufstieg in den Ausschüttungs-Olymp also nur noch drei weitere Erhöhungen – und die sollten sicher sein. Diesen Schluss legt zumindest die bisherige Payout-Politik von IBM nahe: Weil die Ausschüttungsquote, die früher relativ konstant bei 25% lag, sukzessive angehoben wird, ist die Dividende das einzige, was zuverlässig steigt.

Dabei bewegt sich IBM aber noch immer im grünen Bereich. Selbst für die diesjährige Dividende müssen nicht einmal 50% des Vorjahresgewinns aufgewendet werden. Dass die Dividendenrendite dennoch über 4% liegt, zeigt deshalb nur, wie groß das Misstrauen der Investoren ist.

IBM ist eben kein entspanntes Income-Investment, sondern eine mit üppigen Ausschüttungen garnierte Turnaround-Spekulation. Argumente dafür, dass der Tech-Dino zu alter Stärke zurückfinden kann, gibt es genug – nicht zuletzt die nach wie vor intakten Kundenbeziehungen. Doch gerade beim Mega-Thema Cloud-Computing ist die Gefahr groß, dass die 1911 als „Computing-Tabulating-Recording Company“ gegründete Firma gegen Wettbewerber wie Amazon und SAP nicht gewinnen kann. Dann könnte sich der Aristokrat in spe wohl nicht allzu lange im Dividenden-Olymp halten. Die Aktie ist mithin auch auf dem aktuellen Niveau nur interessant für Investoren, die genügend Unternehmen mit intaktem fundamentalem Trend im Depot haben.

2017-08-03 IBM DividendenAdel-Profil ab 2007-1

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