DividendenAdel Asien/Pazifik

DividendenAdel Asien/Pazifik 2017

DividendenAdel Asien-Pazifik 2017Asien ist die Macht des 21. Jahrhunderts, glauben viele Experten. Doch am Wachstumspotential der Boom-Region zu partizipieren ist nicht ganz so einfach. An manchen Börsen haben ausländische Investoren überhaupt keinen Zutritt, anderswo winken strenge Restriktionen oder happige Order-Gebühren und in Deutschland werden die meisten Asia-Aktien entweder gar nicht oder mit Scheunentor-Spreads quotiert. Deswegen beschränkt sich der DividendenAdel Asien/Pazifik 2017 auf fünf entwickelte Märkte: Japan, Südkorea, Singapur, Hongkong, Taiwan.

Mit der nachhaltigen Ausschüttungsqualität ist es allerdings nicht so weit her. Unter den 500 wichtigsten Börsenfirmen der Region Asien/Pazifik finden sich derzeit lediglich 44, die alle DividendenAdel-Kriterien mustergültig erfüllen. Das ist ungefähr dieselbe Zahl wie in der Eurozone. Doch während hierzulande das Hauptproblem die Kontinuität ist, scheitern die asiatischen Unternehmen vielfach an unserem Zielkorridor für die Payout-Quote – und zwar am unteren Limit: Fast jeder dritte Dividendenzahler kehrt geglättet über drei Jahre nicht einmal ein Viertel der Gewinne an seine Aktionäre aus.

Beachtlich hingegen, dass sich knapp 20% aller Firmen seit mehr als zehn Jahren keine Dividendenkürzung erlaubt haben. Zehn Anhebungen in Folge schaffen hingegen nur 16 Unternehmen, angeführt von Cheung Kong: Das in Hongkong ansässige Infrastruktur-Unternehmen, das knapp die Hälfte seiner Erlöse in Großbritannien und Neuseeland erwirtschaftet, hat seine Ausschüttung in den letzten zwei Jahrzehnten immer erhöht.

Cheung Kong ist im DividendenAdel Asien/Pazifik allerdings fast schon ein Exot, genauso wie der Öko-Infrastruktur-Spezialist China Everbright oder der Eisenbahn-Betreiber MTR. Denn nur neun Firmen unseres Rankings stammen nicht aus Japan. Davon sind sieben in Hongkong gelistet, während die Börsenplätze Singapur und Südkorea jeweils nur einen Vertreter in die Top 50 entsenden können – die Großbank Oversea-Chinese und den Tabak-Konzern KT&G Group.

Ganz oben thront derweil eine Internet-Company. Kakaku.com ist so etwas wie die japanische Version von Idealo – und mit Online-Preisvergleichen lässt sich so gutes Geld verdienen, dass die Dividende bereits seit 13 Jahren kontinuierlich steigt. Die Rendite allerdings überspringt nur knapp unsere Ein-Prozent-Hürde.

Ebenfalls weit oben platziert sind die Mobilfunk-Firma KDDI und der Parkhaus-Betreiber Park24, die beide schon Thema im DividendenAdel-Blog waren. Ungleich bekannter sind hierzulande natürlich die beiden Telekom-Platzhirsche NTT und NTT DoCoMo sowie auf Rang 32 Kurita – der Spezialist für Wasserreinhaltung gehört zum Standardrepertoire ökologischer Investoren. Nicht mehr dabei ist hingegen unser Lieblingsgetränk zum Sushi: Nach einem happigen Verlust gehört die Brauerei Kirin zu den wenigen asiatischen Firmen, die für ihre Ausschüttung die Substanz angeknabbert haben.

Das Ranking wird jährlich – immer am zweiten Montag im Januar – auf Basis der Ist-Daten des Vorjahres neu erstellt. Die gelegentlichen Updates der Auswahlliste beziehen sich ausschließlich auf die Kursentwicklung und die erwartete Dividendenrendite.

facebook